French Open Tickets

Der Verkauf von French Open Tickets erfolgt ausschließlich durch den französischen Tennisverband. Die Ticketing-Website gibt es komplett in englischer Sprache, bei Besitz einer Kreditkarte erfolgt die Bestellung von French Open Tickets auch für Deutsche absolut problemlos.

Unabhängig von der Art der Eintrittskarten (mehr dazu unten) erfolgt die Abwicklung immer gleich. Man erwirbt mit seiner Bestellung nicht eigentliche Tickets, sondern Gutscheine dafür, die später im Loginbereich auf die Namen der Stadiongänger zu personalisieren sind. Die mit diesen Daten versehenen E-Tickets druckt man dann aus und nimmt sie mit auf die Anlage, wo sie ein QR-Code-Scanner einliest und richtige Eintrittskarten draus macht.

Eingangskontrollen

Eingangskontrollen

Auf diesen Eintrittskarten sind auch die eigenen Daten verzeichnet, und Mitarbeiter am Eingang gleichen die Daten auf dem Ticket auch tatsächlich mit dem Daten auf einem mitzubringenden eigenen Ausweisdokument ab. Klingt angesichts der Besucher-Massen praktisch unmöglich, aber die Franzosen haben sich hier ein sehr effizientes System ausgedacht und kontrollieren tatsächlich. Aus diesem Grund sollte man von bei ebay und direkt vor dem Stadion angebotene Karten auf jeden Fall die Finger lassen. Ihr werdet damit nicht auf die Anlage kommen!

Zum Wiederverkauf und zum Kauf „gebrauchter“ Karten (falls das offizielle Kontingent ausverkauft ist) kooperiert der Verband mit dem – berüchtigten – Ticketing-Dienstleister Viagogo. Tickets werden hier ausschließlich zum Originalpreis gehandelt, Viagogo erhebt allerdings eine Bearbeitungsgebühr von 10-20 Euro pro Karte.

Ground Ticket vs. Stadion-Ticket

Abgesehen von einschlägigen VIP-Packages und Logen stehen grundsätzlich zwei Arten von Tickets zur Verfügung: Zum einen Platzkarten für eines der drei Stadien (in der Reihenfolge ihrer Größe Philippe-Chatrier, Suzanne-Lenglen und Court N1) inklusive Zugang zu den Außenplätzen 2-18, zum anderen Karten ausschließlich für die Außenplätze.

Auf Außencourts steht (!) man auch schon einmal direkt hinter dem Linienrichter

Auf Außencourts steht (!) man auch schon einmal direkt hinter dem Linienrichter

Karten für die Stadien gehen in der ersten Woche bei ungefähr 50 Euro los (Court N1, 4. Kategorie) und bis 150 Euro (Philippe-Chatrier, 1. Kategorie). Außenplätze kosten in diesem Zeitraum 30 Euro. Richtung Entscheidungen gibt es nur noch Stadiontickets und die Preise ziehen an, für das Männerfinale am Sonntag liegen die „regulären“ Karten zwischen 145 Euro und 300 Euro.

Wir haben die French Open in der ersten Woche am Donnerstag besucht, dem zweiten Zweitrunden-Tag. Es war auch der letzte Tag mit vielen Herren- und Damen-Einzeln auf den Außenplätzen (jeweils 10), gleichzeitig fanden bereits die ersten Spiele der Doppel- und Mixed-Konkurrenzen statt. Ab der 3. Runde, die 2015 von Freitag an ausgespielt wurde, gibt es täglich nur noch je 4 Herren- und Damen-Einzel „draußen“ und es wird nicht mehr auf allen 18 Courts durchgehend gespielt. Grundsätzlich gilt: Umso später im Turnier, desto weniger und „unattraktivere“ Spiele draußen (natürlich nur, wenn man Herren- und Damen-Einzel als interessanter erachtet als Doppel, Mixed, Jugend und Rollstuhl-Tennis).

Tipp: Erste Woche draußen, zweite Woche Stadion

Wir haben uns für den Donnerstag der ersten Woche ganz bewusst für Ground-Tickets entschieden, obwohl es kurzfristig sogar noch ein paar (dann allerdings schnell vergriffene) Karten für den Philippe-Chatrier gab. Das Verhältnis des Preises von 30 Euro (+ 4 Euro Bearbeitungsgebühr) ist für die angebotene Leistung – beste Plätze für 20 Damen- und Herren-Einzel auf Top-Niveau beim wichtigsten Sandplatz-Turnier der Welt plus Doppel und Mixed – wohl einmalig. Und tatsächlich waren auch die interessanteren Matches „draußen“.

Blick von Court 2 auf Philippe-Chatrier (Center Court)

Blick von Court 2 auf Philippe-Chatrier (Center Court)

Stadionkarten hat man zu erwerben, lange bevor man weiß, wer am entsprechenden Tag überhaupt in der entsprechenden Arena spielt. Entsprechend kann man gerade als Nicht-Franzose durchaus eine böse Überraschung erleben. So war eines der vier Matches auf dem größten und teuersten Court, dem Philippe-Chartrier, das Zweitrundenmatch zwischen Danka Kovinic und der französischen Nachwuchshoffnung Kristina Mladenovic. Für Franzosen spannend, für deutsche Tennisfans sicherlich weniger.

Nicht verschwiegen werden soll, dass auf diesem Platz zuvor Andy Murray und Rafael Nadal ihre Zweitrunden-Partien spielten. Wenn man einen Spieler dieser Güteklasse sehen möchte, kommt man an Stadionkarten auch in der ersten Woche nicht vorbei. Die Attraktivität von Spielen zwischen einem Top-Spieler und einem klar schlechteren Gegner, der aus der Not heraus entsprechend meistens durchgehend im roten Bereich spielt und damit sehr kurze Punkte provoziert, finde ich persönlich aber überschaubar.

So war das Match von David Ferrer gegen Daniel Gimeno-Traver, das wir uns ansahen und wo der dem Namen (und wohl auch der Fähigkeiten) nach beste Spieler des Tages außerhalb der Stadien auf den Platz stand, für uns das fadeste, was wir an diesem Tag mitverfolgten. Der Leistungsunterschied war einfach zu groß für sehenswertes Tennis, Ferrer hatte entsprechend auch früh Feierabend.

Robredo vs. Coric auf Court 2

Robredo vs. Coric auf Court 2

Spannender und auch sehenswerter sind da Spieler aus der „zweiten Reihe“ (in dicken Anführungsstrichen), die sich ebenbürtig sind. Bei einem Grand-Slam-Turnier, erst recht in der zweiten Runde, hat man ohnehin nur noch Weltklasse-Spieler auf den Courts. So sahen wir ein packendes Fünf-Satz-Match zwischen dem spanischen Routinier Tommy Robredo und dem erst 18-jährigen kroatischen Durchstarter Borna Coric (beziehungsweise Teile davon) und den 8:6 endenden fünften Satz zwischen den Australiern Bernard Tomic und Thanasi Kokkinakis.

Die besten Deutschen spielen „draußen“

Im Schatten von Philippe Chatrier: Andrea Petkovic spielte "draußen"

Im Schatten von Philippe Chatrier: Andrea Petkovic betritt Court 6

Beim Spiel zwischen den beiden Australiern war übrigens auch das Stadion voll mit australischen Schlachtenbummlern – ein weiterer Vorteil von Spielen auf den Außenplätzen, wo die Fans auch tatsächlich immer bei ihren Spielern sein können. Das galt auch für Spiele der Deutschen, die in den ersten beiden Runden fast durchweg draußen spielen. Nur zwei Beispiele: Am Donnerstag sahen wir mit Andrea Petkovic der bestplatzierten deutschen Dame auf einem Außencourt zu, am Vortag spielte mit Kohlschreiber der beste deutsche Herr draußen. Wer als Fan deutscher Spieler teure Tickets für ein Stadion gekauft hat, wird sich geärgert haben.

Nach der zweiten Runde ändern sich die Vorzeichen. In der dritten Runde gibt es täglich nur noch eine Handvoll Einzel und Doppel draußen, danach werden dort nur noch die weiteren Konkurrenzen ausgespielt. Kurz gesagt: Auf immer weniger Courts finden immer wertigere Spiele statt. Stadion-Tickets sind Richtung Finale zwar teurer, man sieht aber auch besseres Tennis.